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Der FriedWald Spessart
Der Spessart ist das größte zusammenhängende Laubmischwaldgebiet Deutschlands und seit Wilhelm Hauffs Märchen "Das Wirtshaus im Spessart" vielen als Ort besonderer Räuberromantik ein Begriff. Heute liegt hier im Schatten der Burg Rieneck und mitten im Naturpark ein besonderer Bestattungsort: Der FriedWald Spessart.
"Kinzig, Sinn und Main schließen den Spessart ein“, besagt ein Merksatz, den manch einer noch aus der Schule kennt. Der Spessart ist ein waldreiches Mittelgebirge, das an seinen höchsten Erhebungen etwa 600 Meter erreicht. Prachtvolle Eichen- und Buchenwälder prägen diese Höhenzüge: Auch in und um den FriedWald in Rieneck gehören wertvolle Eichen und Buchen zum Waldbestand. Beimischungen von mächtigen Kiefern, Lärchen und Tannen, die zumeist zwischen 140 und 200 Jahren alt sind, lockern das Waldbild auf. Eine Forsthütte im FriedWald ist zentraler Versammlungspunkt für Veranstaltungen. Hier befindet sich auch der Andachtsplatz mit Kreuz als Ort für Trauer- und Gedenkfeiern. Holzschilder an den Bäumen markieren die Rundwege durch den Wald und zeigen die Nummern der FriedWald-Bäume an, die auf diesem Teilstück liegen. Eine Statue der Ordensgründerin Klara von Assisi wurde bei der Einrichtung des Bestattungswaldes aufgestellt.
Ein FriedWald im Spechtswald
Durch die Lage im Naturpark Spessart, der sogar das Prädikat Qualitätsnaturpark führen darf, weil er sich sehr strenge Kriterien für einen umweltgerechten Tourismus auferlegt hat, sind in der Region noch intakte Lebensräume mit vielen Arten zu finden. Neben Rothirschen, Wildschweinen, Rehen, Hasen und Füchsen, haben im FriedWald Kolkraben, Hohltauben und Schwarzspechte, die dem Spessart seinen Namen gaben, ein zu Hause. Denn der Begriff Spessart leitet sich aus Specht und Hardt, was so viel wie "Bergwald" bedeutet ab, bezeichnet also den "Spechtswald". In den nahe gelegenen Sinntalauen blühen Anfang Mai unzählige Schachblumen und bilden das größte Vorkommen dieser Art in Deutschland. Zahlreiche Knabenkräuter wachsen im dortigen Naturschutzgebiet und geben dieser wilden Orchidee ein Refugium.
Räuberromantik im ehemaligen Bannforst
Die Spessarträuber, denen Wilhelm Hauff in seinem Märchen von 1827 ein Denkmal setzte, sind keine dichterische Erfindung. Die Burg der Grafen von Rieneck, die sich einen Kilometer vom FriedWald entfernt majestätisch erhebt, wurde um 1150 errichtet, um den Räuberbanden in der Region das Handwerk zu legen und feindlichen Bedrohungen zu trotzen. Das massive Bauwerk sollte einen zentralen Verkehrsweg, die Birkenhainer Landstraße zwischen Hanau und Würzburg, sichern. Vom Rand der rund 52 Hektar großen FriedWald-Fläche ist die imposante Festungsanlage mit ihrem markanten "Dicken Turm", dessen Außenmauern etwa acht Meter messen und eine romanische Turmkapelle in Kleeblattform beherbergen. Die Pfadfinderburg Rieneck befindet sich heute im Besitz des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) und ist dessen internationales Schulungs- und Begegnungszentrum.
Die Geschichte der Region ist wechselvoll. Der Spessart war im Mittelalter als Bannforst für die kaiserliche Jagd vorgesehen. Erst ab dem 12./13. Jahrhundert war der Wald für die Besiedelung frei gegeben. Aus heutiger Sicht ist ein menschenleerer Spessart kaum noch vorstellbar. Die Region ist seit vielen Jahrzehnten durch markierte Wanderwege als Naherholungs- und Urlaubsziel touristisch gut erschlossen.
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Gerd Vestweber betreut den FriedWald Spessart:
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"Wenn sich Menschen mit einem Lächeln auf den Lippen und voller Zufriedenheit einen Baum ausgesucht haben, an dem sie einmal beigesetzt werden wollen, ist das ein Erlebnis, das mich immer wieder tief berührt. Die Natur wirkt im Umgang mit dem Tod nicht nur beruhigend - der Tod ist dort so selbstverständlich, dass seine Akzeptanz leichter fällt. Die Baumauswahl im FriedWald leitet die rationale Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit ein. Das Wissen um die letzte Ruhestätte eröffnet dann die emotionale Trauerbewältigung bei sich und den künftigen Hinterbliebenen."
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Rund um den FriedWald Spessart:
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Eröffnung: 21. Dezember 2007 Größe: 57 Hektar Baumarten: Eiche, Buche, Kiefer, Lärche, Tanne, Douglasie, Ahorn Besonderheiten: Hütte für Veranstaltungen, sehenswerte Burg, Schachblumen Bundesland: Bayern
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