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Geheimnisvolle Steinmännchen im FriedWald Weilrod
Baumeister, Künstler oder Schwedenurlauber?

Es begann plötzlich im Sommer 2007: Der FriedWald war schon einige Monate eröffnet, als auf einmal im FriedWald Weilrod ein Steinmännchen auftauchte. Auf einem Baumstumpf waren fünf, sechs graue Schiefersteine aufeinander getürmt. Sehr hübsch dachte ich - da war wohl jemand in Schweden im Urlaub.

Überall im FriedWald Weilrod oberhalb von Altweilnau sind graue Schiefersteine aus dem Rheinischen Schiefergebirge zu finden. Dazwischen, fast schon wie absichtlich platziert, kleine weiße Quarzite oder auch größere Brocken. Durch den FriedWald-Betrieb begehe ich die bis jetzt 15 Hektar umfassende Fläche (das entspricht ungefähr 30 Fußballfeldern) häufig und kenne ich mich dort sehr gut aus. Veränderungen fallen schnell ins Auge. Aber wer hatte bloß diese geimnisvollen Steinmännchen gebaut? Auch meine Kollegen tappten völlig im Dunklen. 

Försterin mit dektivischem Spürsinn

Eine Woche später war eine richtige Steinmännchen-Versammlung entstanden - zunächst nur an einer Stelle, rund um drei FriedWald-Bäume. Bald sprachen mich Besucher und Besucherinnen darauf an. Aber niemand kannte die Antwort. Schweren Herzens habe ich draufhin zwei Drittel aller Männchen umgeschubst und die Steine wieder im Wald verteilt. Mit Erdbeben, die das Problem auf natürliche Weise hätten lösen können, ist in unseren Breiten ja bekanntlich nicht zu rechnen. Zur Entschädigung legte ich den verbleibenden Steinmännchen weiße Quarzite auf die Spitze.

Das stachelte den Ehrgeiz des geheimnisvollen Steinmännchen-Architekten offenbar erst recht an: Etwas später reihten sich Steinmännchen überall entlang eines Weges. Soviel war klar: Mit Gedenksteinen im FriedWald konnte das nichts zu tun haben.
Ein Zufall brachte uns auf die richtige Spur. Mein Kollege Jens Thomsen beobachtete eines Tages einen kleinen Knirps, der mit seiner Oma im Wald spazieren ging. Das Geheimnis war somit gelüftet. Der Junge - ein begeisterter Künstler und Steinsetzer - war im staatlich anerkannten Erholungsort Altweilnau zur Sommerfrische untergebracht. In der Zeit von August bis Mitte Oktober kamen die Bautätigkeiten dann auch zum Erliegen. Es waren die Herbstferien 2007, als alles wieder begann: In der letzten Ferienwoche bekamen die Altweilnauer Steinmännchen wieder kräftigen Zuwachs. Ein Steinmännchen-Baumeister - auch das ist eine der Geschichten aus einem FriedWald.

Autorin: Bhavana Kaiser

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