Sonstiges | 19.11.2012 Heiligenberg: Raum für ein schwieriges Thema bieten

SabineKraft_Bundesverband_Kinderhospiz.jpgSabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverband Kinderhospiz e.V.

Den notwendigen Raum für ein schwieriges Thema bieten – das ist immer wieder das Anliegen des Bundesverbandes Kinderhospiz und der FriedWald GmbH für die Veranstaltung „Aus der Trauer wächst die Kraft“. Trauer um verstorbene Kinder in all ihren Formen ist hier das Thema, sowie die Unterstützung, die die Gesellschaft Betroffenen bietet. Der stimmungsvolle  Sennhof in Heiligenberg hoch über dem Bodensee bot hierfür am Samstag 17. November den passenden Rahmen.

Nach der herzlichen Begrüßung durch den Heiligenberger Bürgermeister, Frank Amann, gab Bettina Volk-Kopplin als Ethnologin mit Schwerpunkt „Totenrituale und Trauer“ einen wissenschaftlichen Einblick in die Geschichte des gesellschaftlichen Umgangs mit der Trauer um Kinder. Die verbreitete Situation heutiger Eltern, die sich mit ihrer Trauer um ein verstorbenes Kind allein fühlen, hat sich erst in der jüngeren Vergangenheit entwickelt.

Die Sozialpädagogin und Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz, Sabine Kraft, referierte ausführlich über die Bedürfnisse der Familien schwerkranker Kinder, und wie die Kinderhospize dabei Unterstützung leisten. Ergänzt wurden diese Ausführungen durch

Michaela Müller, Leiterin des Kinderhospizes in Stuttgart und  Vorstandsmitglied des Bundesverbandes. Sie betonte den steigenden Bedarf an Betreuung, die dazu führt, dass auch viele ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in den Hospizen gefragt sind. Gerade weil sie keine „Professionellen“ sind, können sie den Familien eine lebensnahe Begleitung im Alltag geben.

Giselle Beringer, freie Trauerrednerin aus Überlingen, schilderte die vielfältigen Möglichkeiten der Trauerbewältigung in der Zeit zwischen Tod und Beerdigung, bei denen es kein „richtig“ und „falsch“ gibt. Wie die Trauer um verstorbene Klassenkameraden im Schulalltag für Kinder, Fachpersonal und Familien gestaltet werden kann, berichtete Martin Siebert aus Wangen/Allgäu, der als Lehrer und ausgebildeter Kinder-Trauerbegleiter in diesem Bereich Erfahrungen sammeln konnte.

Abgerundet wurde die Veranstaltung von Führungen mit den Förstern durch den nahegelegenen FriedWald, der sich an diesem Tag im herbstlichen Nebel von seiner geheimnisvollen Seite zeigte. Die achtzig Gäste, die aus den Bereichen Hospizarbeit, Pflege, Pädagogik, Bestattung, Trauertherapie und kirchliche Seelsorge sowie aus betroffenen Familien kamen, bezeichneten die Veranstaltung bei der Verabschiedung als „wichtig“, „informativ“, „bewegend“ und „inspirierend“. Daher ist auch für 2013 wieder eine solche Veranstaltung im Bundesgebiet geplant, der Ort wird noch bekannt gegeben.

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