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Der Baum als Grabstätte und Tröster in einem FriedWald


Am 25. April ist in Deutschland Tag des Baumes. In einem FriedWald kommt dem Baum eine ganz besondere Bedeutung zu: Er ist Grabstätte, Tröster und Andachtsort

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Carola Wacker-Meister, Corinna Brod
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Carola Wacker-Meister
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Griesheim, 23. April 2018 – Ein Haus bauen, ein Kind zeugen, einen Baum pflanzen – das Sprichwort verdeutlicht: Für viele Menschen ist der Baum das Sinnbild für Neubeginn. In einem Bestattungswald ist der Baum aber auch das Symbol für ein Leben, das zu Ende gegangen ist. Aufgrund der engen Beziehung zwischen Mensch und Baum ermöglicht FriedWald seit nunmehr 17 Jahren Beisetzungen unter Bäumen. In einem FriedWald kommt dem Baum als Grabstätte, Andachtsplatz und Tröster eine große emotionale Bedeutung zu. Und so entstehen in einem FriedWald sehr persönliche Geschichten mit dem eigenen Baum.

„Wir wussten sofort: Das ist unser Baum“

Es war ein eisiger Februartag mit viel Schnee, als Evelyn Schlosser-Sturm das erste Mal durch den FriedWald Weilrod gestapft ist. Irgendwann standen sie und ihre erwachsenen Kinder vor einer alten Eiche. „Wir wussten sofort: Das ist unser Baum“, erzählt die Biologin. Ihr Mann war ebenfalls Biologe. Als er plötzlich starb, wurde er im FriedWald Weilrod unter der Familien-Eiche beigesetzt. Wenn Evelyn Schlosser-Sturm ihrem Mann nahe sein will, geht sie nun in den Wald statt auf einen traditionellen Friedhof. Immer an ihrer Seite: ihr kleiner Hund, ein Sheltie-Rüde. „Hier sieht es jeden Tag anders aus, je nach Licht und Jahreszeit. Und fast immer hört man die Vögel singen“, freut sie sich.

Evelyn Schlosser-Sturm sitzt gerne hier im FriedWald Weilrod im Hochtaunus
Evelyn Schlosser-Sturm sitzt gerne hier im FriedWald Weilrod im Hochtaunus

Individuelle Beisetzung unter einem Baum

Waltraud Kalcher ist Kindergärtnerin in Eggersdorf bei Graz und hat gemeinsam mit ihrer Familie als Vorsorgemaßnahme einen Familienbaum ausgewählt. Unter der Hainbuche im FriedWald Schöcklland sind mittlerweile vier Familienmitglieder, darunter zwei aus Deutschland, beigesetzt. Die Beisetzung im FriedWald kann individuell gestaltet werden: mit christlichem Beistand oder einem Trauerredner, mit Musik oder in Stille. „Wir haben die Beisetzung sehr festlich gestaltet. Mein Mann hat die Verabschiedung mit der Querflöte musikalisch umrahmt und es gab das zu essen und zu trinken, was die Verstorbenen gerne mochten. Es war sehr stimmig und alle waren begeistert von der Schönheit des Waldes“, erzählt Waltraud Kalcher.

„Jedes Mal, wenn ich meine Liebsten im Wald besuche, nehme ich viel Kraft und Frieden mit nach Hause“, sagt Frau Kalcher
„Jedes Mal, wenn ich meine Liebsten im Wald besuche, nehme ich viel Kraft und Frieden mit nach Hause“, sagt Frau Kalcher

Der Baum hält die Erinnerung wach

Baumblätter erinnern Christoph Schmitz an seine Frau Antje, die im FriedWald Reinhardswald beigesetzt wurde. „Es war eine schöne Beisetzung – das kann man wirklich so sagen. Ich kehre immer wieder gerne an unseren Baum zurück, auch wenn ich dafür eine Entfernung von 300 Kilometer überbrücken muss“, sagt Schmitz. Er hat ein besonderes Ritual für sich gefunden: Bei jedem Besuch nimmt er ein Blatt des Baumes mit, an dem seine Frau ruht. Dieses Blatt trägt er immer bei sich – solange, bis es zerfallen ist: „Dann weiß ich: Es ist wieder Zeit für einen Besuch im FriedWald.“


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