
1 Jahr FriedWald Oberkrämer: „Für mich die wertvollste Arbeit, die es gibt“

FriedWald-Försterin Nadine Dankert bei der Vorbereitung einer Grabstätte im FriedWald Oberkrämer. Der Bestattungswald im Landkreis Oberhavel besteht seit einem Jahr und bietet Menschen eine letzte Ruhestätte unter einem Baum (Foto: FriedWald GmbH).
Nadine Dankert über ihren Weg zur FriedWald-Försterin und einen Ort, der vielen Menschen Ruhe schenkt.
Oberkrämer/Griesheim, Juli 2026 – Es war eine zufällige Begegnung, die vieles veränderte. Vor rund einem Jahr lernte Nadine Dankert einen FriedWald-Förster aus dem Mühlenbecker Land kennen. Was er über seine Arbeit erzählte, ließ sie nicht mehr los. „Irgendetwas hatte mir in meinem Berufsleben gefehlt. Der Wunsch, draußen in der Natur zu arbeiten und gleichzeitig etwas Sinnvolles zu tun, war schon lange da“, erinnert sie sich. Heute steht sie selbst zwischen Eichen, Hainbuchen und Kiefern im FriedWald Oberkrämer – und begleitet Menschen in Momenten des Abschieds und der Vorsorge. Der Standort im Landkreis Oberhavel, nordwestlich von Berlin, feiert sein einjähriges Bestehen. Für FriedWald-Försterin Nadine Dankert ist er längst mehr als ein Arbeitsplatz. „Ich bin sehr froh, dass ich diesen Weg gegangen bin. Für mich ist es die dankbarste und wertvollste Arbeit, die es gibt“, sagt sie.
Die 37-jährige FriedWald-Försterin aus Oranienburg prägt den FriedWald Oberkrämer maßgeblich: Als Hauptförsterin ist Nadine erste Ansprechpartnerin für Interessierte und Angehörige, übernimmt den Großteil der Termine, kümmert sich um die Pflege des Waldes und hat alles stets im Blick. Unterstützt wird sie dabei von ihren Kollegen Marcel Grzeschik, Matthias Neumann und Irka Mohr, die vor allem in Vertretung für sie im Einsatz sind.
Wo ein neuer Weg begann
Der FriedWald Oberkrämer erstreckt sich über 28 Hektar und ist Teil des über 4.000 Hektar großen Waldgebietes Krämer. Die Mischung aus Eichen, Hainbuchen und Kiefern prägt das Bild dieses ruhigen, naturnahen Ortes. Ein Andachtsplatz mit Rednerpult und Bänken bietet Raum für persönliche Abschiedsfeiern unter freiem Himmel. Ergänzt wird die Ausstattung durch eine behindertengerechte Toilette am Parkplatz.
Bereits mehr als 60 Personen haben im FriedWald Oberkrämer ihre letzte Ruhe gefunden – ein Zeichen dafür, dass diese alternative Bestattungsform in der Region zunehmend angenommen wird. Für Bürgermeister Wolfgang Geppert hat sich der FriedWald bereits im ersten Jahr als wichtiger Bestandteil der Gemeinde etabliert: „Der FriedWald Oberkrämer ist ein Ort, der vielen Menschen Trost spendet und ihnen eine würdevolle Form des Abschieds ermöglicht. Er verbindet die Natur unserer Region mit den Bedürfnissen der Menschen und ist damit ein wertvoller Teil unserer Gemeinde.“
Ein Ort für persönliche Erinnerungen
Was den FriedWald Oberkrämer besonders macht, erlebt Nadine Dankert in ihrem Alltag. Die Ruhe des Waldes, das Licht zwischen den Bäumen und die natürliche Umgebung schaffen einen Rahmen, in dem Abschiede individuell gestaltet werden können. „Der FriedWald strahlt eine besondere Ruhe aus. Hier können Menschen Abschied nehmen, so wie es zu ihnen passt – ganz im Einklang mit der Natur“, beschreibt sie.
Dabei geht es nicht nur um die Beisetzung selbst. Auch die Vorsorge spielt für viele Menschen eine wichtige Rolle. Schon zu Lebzeiten wählen sie ihren Baum aus – oft gemeinsam mit Familie oder Freunden. Diese Momente bleiben in Erinnerung: „Bei vielen Baumauswahl-Terminen entsteht am Ende ein Foto am ausgewählten Baum. Das ist eine schöne Erinnerung“ sagt Nadine Dankert und ergänzt: „Die Menschen gehen mit einem guten Gefühl nach Hause, denn sie wissen, dass sie einmal nach ihren Wünschen die letzte Ruhe finden werden. Gleichzeitig ist die Entscheidung für die Angehörigen im Trauerfall eine Erleichterung.“
Die persönliche Nähe zu den Menschen ist es, was ihre Arbeit für Nadine Dankert so besonders macht. Sie berät, beantwortet Fragen und schafft Raum für individuelle Wünsche. Für sie ist klar: „Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.“
Einblicke in ihre Arbeit gibt Nadine Dankert auch regelmäßig auf den Social-Media-Kanälen von FriedWald. Interessierte können FriedWald auf Facebook, Instagram und YouTube folgen.
Den FriedWald mit eigenen Augen erleben
Wer den FriedWald Oberkrämer kennenlernen möchte, ist herzlich zu einer kostenlosen Waldführung eingeladen. Die nächsten Termine finden am 5. Juli um 10 und 13 Uhr sowie am 11. und 25. Juli jeweils um 14 Uhr statt. Die Anmeldung ist telefonisch unter 06155 848-100 oder im Internet unter www.friedwald.de/oberkraemer möglich.