FriedWald-Pressemeldung

„Der Wald macht die Trauer ein bisschen erträglicher“

Seit zehn Jahren können Menschen im FriedWald Dietzenbach die letzte Ruhe unter Bäumen finden. FriedWald-Förster Yannick Scheer über persönliche Grabstätten und individuelle Abschiede in der tröstlichen Umgebung des Waldes.

Dietzenbach/Griesheim, November 2025 – Die Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch das dichte Geäst des Waldes. Aus der Ferne hört Yannick Scheer noch ein leichtes Rauschen der Autos, die die Frankfurter Straße entlangfahren. Doch ansonsten ist es ruhig. Aber auf eine angenehme, wohltuende Art und Weise. Bepackt mit kleinen Aluminiumtafeln und in Begleitung seines Hundes Percy ist Yannick Scheer im FriedWald Dietzenbach unterwegs. Dort ist er seit acht Jahren als FriedWald-Förster tätig. Seit mittlerweile zehn Jahren gibt es den Bestattungswald bereits.

Wenn der Baum zum persönlichen Erinnerungsort wird

An diesem sonnigen Herbsttag im Oktober steht für Scheer eine Aufgabe an, die für die Menschen, die sich für den FriedWald entschieden haben, von großer Bedeutung ist. „Die Aluminiumschilder sind Namenstafeln. Sie machen die Baumgrabstätten zu persönlichen Orten der letzten Ruhe.“ Ganz unterschiedlich fallen die Namenstafeln aus: auf einer sind mehrere Namen mit Geburts- und Sterbedatum eingraviert, auf einer anderen steht der Spruch „Menschen, die wir lieben, bleiben für immer, denn sie hinterlassen ihre Spuren in unseren Herzen!“ und ein Kreuz und wieder eine andere ziert eine Zeichnung von Vögeln. „Die Gestaltungsoptionen sind von der gewählten Baumgrabart abhängig“, erklärt der FriedWald-Förster, während er die Tafel mit Namen, Geburts- und Sterbedaten an einem Baum mit gelbem Band anbringt. „Wir stehen gerade vor einem Baum, der gemeinschaftlich genutzt wird. Das bedeutet, dass Menschen hier einen oder mehrere Einzelplätze erwerben können.“ Weiter geht es zu einem Baum, an dem Scheer die Tafel mit dem Kreuz und dem Spruch über die Liebe anbringt. „Das hier ist ein Generationenbaum, der einer Familie oder einem Freundeskreis als Ruhestätte dienen kann.“ Freie Generationenbäume sind im FriedWald mit einem blauen Band gekennzeichnet. Die Namenstafel mit den Vögeln findet an einem sogenannten Partnerbaum ihren Platz – einer Ruhestätte exklusiv für zwei Menschen. Freie Partnerbäume erkennen Besucherinnen und Besucher an einem roten Band.

Begleitung mit Herz und Fachwissen durch eine FriedWald-Försterin und zwei FriedWald-Förster

Im FriedWald Dietzenbach stehen die Wünsche der Menschen im Vordergrund. Mit viel Einfühlungsvermögen und jeder Menge Wissen rund um die FriedWald-Idee und den 25 Hektar großen Wald begleitet Scheer Menschen, die sich für die Bestattung in der Natur interessieren – sei es im Trauerfall oder in der Vorsorge. Dabei ist er nicht allein. „Zum Team gehören noch Nadja Haas und Andreas Maassen. Als FriedWald-Försterinnen und -Förster bieten wir Waldführungen an, unterstützen bei der Auswahl der passenden Ruhestätte und begleiten Beisetzungen. Wichtig sind uns immer die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche der Menschen“, sagt Scheer. So werden zum Beispiel bei der Waldführung individuelle Fragen der Teilnehmenden beantwortet oder bei der Baumauswahl gezielt eine bevorzugte Baumart angesteuert. „Viele Menschen, die sich schon zu Lebzeiten für einen Baum im FriedWald entscheiden, haben bereits eine bestimme Baumart im Kopf. Sei es, weil dieser Baum im heimischen Garten steht oder sie einen Lieblingsbaum haben.“ Besonders wichtig ist die Berücksichtigung von Vorstellungen und Wünschen bei Beisetzungen. Der Wald bietet hierfür vielfältige Möglichkeiten.

Abschiede unter freiem Himmel: Individuelle Trauerfeiern im Einklang mit der Natur

Für Abschiede im FriedWald Dietzenbach kann der Andachtsplatz genutzt werden. Bänke für die Trauergesellschaft, ein Rednerpult und eine Stele zum Abstellen der Urne ermöglichen hier eine Trauerfeier unter freiem Himmel. Für die Beisetzung darf dieser Platz individuell dekoriert werden. „Wir hatten hier schon Wanderschuhe und -Stöcke stehen, weil die verstorbene Person das Wandern liebte“, erzählt der FriedWald-Förster. Viele Beisetzungen werden musikalisch begleitet. „Musik hat einfach etwas sehr Stimmungsvolles und Gefühlvolles.“ Am Baumgrab selbst sind klassische Rituale wie die Grabbeigabe von Blütenblättern ebenso möglich wie ein letzter Gruß durch das Umarmen des Baumes. Ganz gleich, wie der Abschied im FriedWald ausfällt, eines haben alle Beisetzungen im FriedWald gemeinsam: die beruhigende und tröstliche Wirkung der Natur. „Die Atmosphäre im Wald ist einfach eine andere als auf dem Friedhof. Wenn das Laub unter den Füßen raschelt, die Vögel zwitschern, Sonnenstrahlen auf das Baumgrab fallen oder manchmal sogar ein Eichhörnchen vorbeihuscht oder ein Reh zu sehen ist, macht das die Trauer ein bisschen erträglicher.“

Mehr als 7.300 Menschen haben sich bereits für den FriedWald Dietzenbach entschieden

Dass es diesen naturnahen, individuellen und tröstlichen Ort der letzten Ruhe in Dietzenbach gibt, ist den Städtischen Betrieben Dietzenbach und HessenForst zu verdanken, die vor genau zehn Jahren mit der FriedWald GmbH den FriedWald Dietzenbach eröffnet haben. Die Städtischen Betriebe Dietzenbach haben damals die Trägerschaft des Bestattungswaldes übernommen. Die FriedWald GmbH hat den Wald von HessenForst gepachtet und ist für die Pflege und Betreuung sowie die Verwaltung und terminliche Organisation verantwortlich. Für Bürgermeister Dr. Dieter Lang ist der FriedWald eine Bereicherung: „Die Bestattungswünsche unserer Bürgerinnen und Bürger sind sehr vielfältig. Mit dem FriedWald haben wir vor zehn Jahren eine Ergänzung zu unserem bestehenden Angebot auf dem Friedhof in der Offenthaler Straße geschaffen, mit dem wir allen Wünschen nachkommen können.“ Mehr als 7.300 Menschen, die sich seit der Eröffnung im November 2015 für den FriedWald Dietzenbach entschieden haben und über 3.500 Beisetzungen unter Buchen, Eichen, Hainbuchen und Co. machen deutlich, dass der Wald im Rhein-Main-Gebiet ein beliebter Bestattungsort ist.

Waldführungen für Interessierte: Termine im November und Dezember

Interessierte, die den FriedWald Dietzenbach kennenlernen möchten, haben bei kostenlosen Waldführungen am 22. November und 13. Dezember jeweils um 14 Uhr Gelegenheit dazu. „Viele Menschen, die an einer Waldführung teilgenommen haben, wissen anschließend, ob der Wald als Ort der letzten Ruhe für sie infrage kommt. Daher laden wir alle Interessierte ein, bei einer Führung durch den FriedWald dabei zu sein“, so Scheer. Die Anmeldung ist telefonisch unter 06155 848-100 oder online unter www.friedwald.de/dietzenbach möglich.