
„Hinter jedem Baumgrab steht eine eigene Geschichte“

Zum 20-jährigen Jubiläum des FriedWald-Standortes Bad Münstereifel kamen die FriedWald-Förster Jürgen Wittler (Dritter von links) und Frank Hallmanns (Zweiter von rechts und im Bild rechts), stellvertretender Forstbetriebsleiter Stefan Lott (ganz rechts), FriedWald-Geschäftsführer Matthias Laufer (Mitte) und weitere Vertreter der FriedWald GmbH im FriedWald zusammen.
Im FriedWald Bad Münstereifel verbinden sich Natur, Erinnerung und einfühlsame Begleitung. Seit zwanzig Jahren ist der Wald im Ortsteil Iversheim ein Ort des Trostes und der persönlichen Abschiede.
Bad Münstereifel/Griesheim, März 2026 – Das leise Rauschen des Kornbachs begleitet jeden Schritt, während vom Bessenberg der Blick weit in die Eifel schweift. Zwischen jahrhundertealten Eichen, jungen und alten Hainbuchen, hochgewachsenen Stechpalmen und vielen weiteren Baumarten liegt ein Arbeitsplatz, wie ihn nur wenige haben: der FriedWald Bad Münstereifel. Hier ist Frank Hallmanns zu Hause – zumindest beruflich. Der gelernte Gärtner und Pädagoge arbeitet als FriedWald-Förster im 60 Hektar großen Bestattungswald, der in diesem Monat sein 20-jähriges Bestehen feiert. Als elfter FriedWald-Standort in Deutschland und dritter Standort in Nordrhein-Westfalen ist der FriedWald Bad Münstereifel seit 2006 ein Ort für Abschied, Trost und Erinnerung.
„Die Verbindung aus klassischer Waldarbeit und der Begegnung mit Menschen hat mich von Anfang an fasziniert“, erzählt Hallmanns, während ihn sein Hund Charlie über die gut begehbaren Hauptwege begleitet, die auch für Rollstuhlnutzende und Menschen mit Rollator geeignet sind. Vorbei geht es an Stämmen mit farbigen Bändern und an Bäumen mit Namenstafeln. „Daran erkennt man, dass wir uns in einem FriedWald befinden“, erklärt Hallmanns. „Die farbigen Bänder markieren Bäume, die noch frei sind. Namenstafeln zeigen, dass hier bereits jemand seine letzte Ruhe gefunden hat.“
Zwanzig Jahre naturnahe Bestattungen
Auf dem Friedhof im Wald des Ortsteils Iversheim dienen Eiche, Buche, Ahorn, Hainbuche, Linde, Kische, Roteiche, Stechpalme, Tanne und Weißdorn als letzte Ruhestätten. Der Mischwald besticht durch typische Eifelstrukturen: sanfte Höhenzüge und eindrucksvolle Baumriesen verleihen dem Ort einen besonderen Charakter.
Für Bürgermeister und Forstbetriebsleiter Sebastian Glatzel ist der FriedWald ein wertvoller Bestandteil der Region: „Der FriedWald Bad Münstereifel gehört seit zwei Jahrzehnten zu unserer Stadt und spendet den Menschen Trost. Wie wichtig den Menschen diese Art der Bestattung gerade auch an diesem Ort ist, zeigt sich daran, dass Menschen weit über Bad Münstereifel hinaus hier ihre letzte Ruhestätte suchen.“ Schon damals bestand in Bad Münstereifel der Wunsch nach einer Alternative zum klassischen Friedhof. Die Stadt übernahm die Trägerschaft und stellte einen Teil ihres Waldes zur Verfügung. Auch heute beobachtet Glatzel, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger diese naturnahe Form des Abschieds wählen: „Der FriedWald erweitert unser Bestattungsangebot auf eine besondere Weise – würdevoll, naturverbunden und offen für individuelle Vorstellungen.“ Die Zahl von 20.000 Menschen, die sich seit der Eröffnung im März 2006 – auch in der Vorsorge - für den FriedWald Bad Münstereifel entschieden haben, zeigt eindrücklich, welche Bedeutung dem Bestattungswald zukommt. Mehr als 11.000 Menschen wurden hier bereits beigesetzt.
Vielfalt der Geschichten – Vielfalt der Begleitung
Für die individuellen Wege des Abschieds ist Frank Hallmanns Ansprechpartner. „Keine Begegnung gleicht der anderen“, sagt er. „Hinter jedem Baumgrab steht eine eigene Geschichte. Diese Vielfalt macht meine Arbeit so wertvoll.“ Viele Menschen begleitet er auch in der Vorsorge – manchmal über Monate hinweg. „Der eigene Platz unter einem Baum gibt vielen ein Gefühl von Frieden und Klarheit.“ Unterstützt wird Hallmanns von Jürgen Wittler, Julia Bongartz, Andreas Stegmann-Weisdörfer und Stefan Lott. Als FriedWald-Försterin und -Förster stehen sie Menschen, die sich für eine Bestattung im FriedWald interessieren, mit Kompetenz und Einfühlungsvermögen zur Seite.
Seit zweieinhalb Jahren begleitet auch Regionalbetreuer Fabian Kind die Entwicklung des Standortes. „Das Einzugsgebiet reicht tief in die Eifel hinein. Viele kommen hierher, weil die Waldstrukturen so authentisch und ursprünglich sind – das ist etwas Besonderes.“ Gemeinsam mit der Stadt wurde der FriedWald behutsam erweitert: „Wir achten darauf, dass die Bestände gesund bleiben und gleichzeitig genügend Raum für neue Bestattungsbäume entsteht“, so Kind.
Ein Ort, der sich wandelt – und doch bleibt
Damit bleibt der FriedWald Bad Münstereifel ein Ort, der sich im Einklang mit der Natur verändert und doch seine Wurzeln bewahrt – landschaftlich wie emotional. Für Hallmanns und sein Team ist klar: „Der FriedWald verbindet die Menschen – manchmal sogar mehr, als sie erwarten.“
Waldführungen im März und April
Wer den FriedWald persönlich erleben möchte, ist herzlich zu kostenlosen Waldführungen eingeladen: am 28. März, 11. April und 25. April jeweils um 15:30 Uhr. Anmeldungen sind online unter www.friedwald.de/bad-muenstereifel oder telefonisch unter 06155 848-100 möglich. „Die Waldführung ist oft der Moment, in dem Menschen spüren, ob dieser Ort zu ihnen passt“, sagt Hallmanns.
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- Beteiligte an der kürzlich renovierten Antonius-Kapelle am FriedWald Bad Münstereifel herunterladen (7 MB)