FriedWald-Pressemeldung

„Jeder Abschied hat seine eigene Geschichte“

Im FriedWald Biberach an der Riß begleitet Julia Wodarz Menschen auf dem Weg zur letzten Ruhe unter Bäumen. Bereits seit einem Jahr sind im Burrenwald Beisetzungen möglich.

Biberach an der Riß/Griesheim, Januar 2026 – Ob klassische Buche, Eiche oder Ahorn oder ein ausgefallenerer Baum wie der Holunder: Julia Wodarz weiß genau, wo sie im rund 50 Hektar großen FriedWald Ausschau nach einer gewünschten Baumart halten muss. Als gelernte Försterin hat sie den FriedWald Biberach an der Riß von den ersten Vorbereitungen bis zur Eröffnung vor einem Jahr begleitet. Und ist seitdem als FriedWald-Försterin tätig. Die Suche nach dem passenden Baum für die letzte Ruhe ist eine von vielen Aufgaben, die Wodarz mit ihrer Tätigkeit im FriedWald dazugewonnen hat. „Die Arbeit im Bestattungswald geht über die klassische Waldarbeit hinaus. Das Besondere für mich ist der Kontakt mit den Menschen, die für mich im Mittelpunkt stehen.“

Rund 250 Personen haben sich bereits für eine Ruhestätte im FriedWald entschieden. „Jede Begleitung ist anders, weil hinter jedem Menschen eine eigene Geschichte steht“, sagt Wodarz. Am intensivsten erlebt Wodarz diese Geschichten bei Beisetzungen. „Zu sehen, wie die Angehörigen den Abschied gestalten und was die verstorbene Person ausgemacht hat, ist immer wieder ein besonderer und emotionaler Moment.“ Während einer Beisetzung ist die FriedWald-Försterin stille Begleiterin; überlässt diesen Moment den Hinterbliebenen. Und doch ist sie ein wichtiger Anker. „Ich begleite die Trauernden auf dem Weg zum Baumgrab und lasse dort, wenn gewünscht, die Urne in die Graböffnung ab“, beschreibt Wodarz.

Vorsorge: Beweggründe verstehen, FriedWald erleben

Seit der Eröffnung vor einem Jahr hat Wodarz 120 Beisetzungen im FriedWald Biberach an der Riß begleitet. Sie ist aber nicht nur im Trauerfall im Einsatz, sondern unterstützt auch Menschen, die sich bereits zu Lebzeiten für eine Ruhestätte inmitten des Burrenwaldes interessieren. „FriedWald bietet auch Vorsorge. Zu wissen, wo einmal der letzte Weg endet, ist für viele ein beruhigender und tröstlicher Gedanke. Aber auch die Nähe zur Natur und der Wegfall der Grabpflege spielen bei der Entscheidung für FriedWald eine wichtige Rolle.“ Von den Beweggründen und Motiven erfährt die Försterin bei Waldführungen, die sie regelmäßig anbietet. Zwei Mal im Monat geht sie dabei mit Interessierten durch den Wald. „Die Waldführung ist eine ideale Möglichkeit, die Idee der Bestattung in der Natur kennenzulernen“, erzählt Wodarz. „Dabei erfahren Interessierte alles über die Baumgrabarten, Preise, Vorsorge- und Beisetzungsmöglichkeiten und erhalten einen Eindruck von der besonderen Atmosphäre.“ Die nächsten Waldführungen, bei denen der FriedWald Biberach erlebbar wird, gibt es am 24. Januar und am 14. und 28. Februar jeweils um 13.30 Uhr. Anmeldungen sind online unter www.friedwald.de/biberach oder telefonisch unter 06155 848-100 möglich.

Hohe Nachfrage zeigt Beliebtheit des Bestattungsortes Wald

Dass ein Teil des Burrenwaldes als FriedWald fungiert, ist der Stadt Biberach an der Riß zu verdanken, die vor einem Jahr die Trägerschaft des Bestattungswaldes übernommen hat. Gleichzeitig ist die Stadt Eigentümerin des Waldes und mit der forstlichen Pflege des Waldes betraut, die in den Händen des städtischen Forstamts Biberach liegt. Für Ralf Miller, Erster Bürgermeister der Stadt, ist der FriedWald eine Bereicherung: „Die Nachfrage zeigt, dass sich die Bürgerinnen und Bürger nach einer naturnahen Alternative zu unserem bestehenden Bestattungsangebot gewünscht haben. Es ist schön zu sehen, dass der FriedWald den Ansprüchen der Menschen gerecht wird und sie hier in Würde erinnern und gedenken können.“

Aufgrund der hohen Nachfrage werden in den nächsten Wochen rund 200 zusätzliche Bäume als Bestattungsbäume ausgewählt. Dann kann Julia Wodarz wieder gemeinsam mit Vorsorgenden und Angehörigen Ausschau nach dem passenden Baumgrab halten. Was sie dabei besonders bewegt: Der Blick der Menschen auf den Wald. „Das ist oft ein ganz anderer als der fachliche Blick einer Försterin – sehr persönlich, emotional und verbunden. Das prägt jede Beratung und jede Führung.“

Weitere Informationen zu FriedWald gibt es telefonisch Tel. 06155 848-100 oder im Internet unter www.friedwald.de/biberach.